Der Athletenklub Nord Wien stellte am 6.9.1948 ein Gesuch an den Österreichischen Gewichtheberverband um Aufnahme. Am 13.9.1948 wurde diesem Ansinnen entsprochen. Allerdings waren die Stemmer des AK damals nur eine Sektion des Fußballvereins Nord Wien. 1949 nahm der A.K. Nord Wien das erste Mal an einer Mannschaftsmeisterschaft teil.

Der A.K. Nord Wien, Sektion Stemmen, war aus den Trümmern eines Vorgängervereins entstanden. Der A.K. Atlas war seit 1912 aktiv. Später wurde der Verein dann in A.K. Siemens und A.K. Fiat umbenannt. 1939 mußte die Vereinstätigkeit eingestellt werden, weil sämtliche Ahtleten zur Wehrmacht eingezogen wurden.

Team Atlas um 1930

Nach dem 2. Weltkrieg trafen sich der spätere Obmann Marek und Wilhelm Katzer beim Puschawirt in der Brünner Strasse und beschlossen die Vereinstätigkeit wiederaufzunehmen - der A.K. Nord Wien war geboren. Die erste Heimstätte des Vereins befand sich im Gasthaus Nikenday, Johann Laufner Gasse 39.

Team des AK Nord Wien_1952

Bis zum Jahr 1986 wechselte der A.K. Nord Wien im Schnitt alle zwei Jahre seine Heimstätte. Seit 1986 ist man nun am aktuellen Standort, der Dominik Hofmann Halle im Seitz Hof, zu Hause. Der erste Mannschaftsmeisterschaftskampf wurde am 19.2.1949, gegen Oberlaa in der III. Klasse B, bestritten und auf Anhieb gewonnen. Die damaligen Athleten hießen Katzer, Mirschitzka, Müllner, Skala, Schöberl, um nur einige zu nennen.

Am 1.7.1955 wechselte Fux Helmut zum A.K. Nord Wien. Dies wird deshalb besonders erwähnt, weil Sportkollege Fux zum Chronisten des Vereins wurde und weil es ohne ihn weder diesen geschichtlichen Abriss noch überhaupt Aufzeichnungen aus der Gründungszeit des Vereines bzw. von den Vorgängervereinen geben würde.

Helmut Fux als Junior

Der AK Nord Wien ist in seiner Geschichte schon öfter eine "Kooperation" eingegangen. Am 22.11.1974 fusionierte man sich mit dem S.C.Lofak, woraufhin man ab sofort unter A.K.Nord Wien/Lofak firmierte. 1978 wurde das 30-jährige Bestehen des Vereines mit einem großen Turnier gefeiert. Tagesbester wurde Franz Langthaler von Herkules.

1980 kamen der heutige Ehrenobmann Wilhelm Laser und seine Frau Erna zum A.K. Nord Wien. Sie sind bis heute große Stützen des Vereines und aus dem Vereinsgeschehen der letzten über 30 Jahre nicht wegzudenken.

Am 5.12.1990 bildete sich die Wettkampfgemeinschaft A.K. Herkules / AK MaierBau - Nord Wien. Während es in den Jahren 1946 - 1954 im Bezirk Wien Nord noch 25 Vereine gab, gibt es heute in Floridsdorf nur mehr zwei Gewichthebervereine. Davon ist nur einer, der A.K. Nord Wien, in der Mannschaftsmeisterschaft mit einer eigenen Mannschaft aktiv. Seit dem Jahr 2012 bilden wir eine Wettkampfgemeinschaft mit dem S.V. Polizei.

Nachdem in den 1980-er Jahren noch regelmäßig österreichische Gewichtheber bei olympischen Spielen vertreten waren, geriet unser Sport im Laufe der 1990-er Jahre immer mehr ins Abseits. Erst mit dem Olympiasieg von Mathias Steiner, allerdings für Deutschland, ging wieder ein Ruck durch die leider nur mehr kleine österreichische Gewichtheberszene.

Das aber das Interesse am Hantelsport ungebrochen ist, zeigte der Auftritt des A.K. Nord Wien am Donauinselfest 2013, wo der Stand der Gewichtheber mit zu jenen gehörten, die auf der Sportinsel sich des größten Zuspruches erfreuen konnten. Diesen Weg gilt es fortzusetzen. Wollen wir doch zeigen, dass in Floridsdorf noch immer die starken Frauen und Männer zu Hause sind!

An dieser Stelle sei stellvertretend für alle Athleten der 1920-er und 1930-er Jahre an Hrn. Josef "Pepi" Schönthaler (Milon Sankt Pölten; 19.4.1913 - 7.10.1967) gedacht. Er ist der Grossonkel des Web-Masters und ist möglicherweise mit Athleten des A.K. Atlas auf der Treppe gestanden. Leider sind aus dieser Zeit keine Unterlagen über das nationale Wettkampfgeschehen in Österreich mehr erhalten. Nur die internationalen Ergebnise eines Fritz Hallers, Hans von Szabadocs und wie sie alle hießen hat den Weltkrieg überdauert.

Diese Athleten haben dafür gesorgt, dass in Zeiten höchster wirtschaftlicher und politischer Not unser Sport am Leben gehalten wurde und dass Österreich auf sportliche Art und Weise international positiv repräsentiert wurde. Wo immer sie auch jetzt sein mögen, die heutige Generation von Athleten, Funktionären und Freunden des Gewichthebersports entbietet ihnen ein respektvolles und anerkennendes - KRAFT FREI !!!